Trump’s Strafzölle

Strafzölle auf Autos – Steht uns ein Handelskrieg bevor?

“Falls ich einmal Präsident werden sollte, werde ich eine Steuer auf jeden Mercedes-Benz packen, der in diesem Land rollt”. Diesen Satz sagte Donald Trump nicht letzten Montag, sondern 1990. Nun scheint es, als ob der derzeitige Präsident der USA seinen Worten Taten folgen lässt. Sollte die EU mit Vergeltungsmaßnahmen auf die Strafzölle, welche Stahl und Aluminium auferlegt wurden, reagieren, werde die USA KFZs europäischer Hersteller mit massiven Importzöllen belegen. Damit würde vor allem Deutschland getroffen werden.

Denn hauptsächlich deutsche Autohersteller exportieren in die USA. Es ist, nach China,  der zweitgrößte Markt für BMW, Daimler und Co. Vor allem das Premiumsegment, mit hohen Margen, wird dort bedient, wie kaum in einem anderen Teil auf der Erde.

Bis zu 10% Gewinneinbußen

Man sollte die Drohungen Trump’s also nicht auf die leichte Schulter nehmen.

„In einem Szenario, bei dem alle Auto-Importe aus der EU mit Strafsteuern belegt würden und Exportfahrzeuge, die von deutschen Autobauern in den USA produziert werden, nicht gegengerechnet werden, könnte das nach unserer Analyse bis zu zehn Prozent Gewinneinbußen für die deutschen Autokonzerne bedeuten“, rechnet Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vor. Parallel zu den Milliarden, die in Forschung und Entwicklung für alternative Antriebe oder die Diesel-Affäre ausgegeben werden müssen, ist das nicht zu vernachlässigen.

Es trifft auch die Amerikaner

Aber der amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ist nicht in der Art von deutschen Autso überschwemmt, wie der amerikanische Präsident behauptet. Lediglich 7,9% der Gesamtverkäufe tragen ein deutsches Label und nur 2.8% wurden aus Deutschland importiert. Der Rest wird vor Ort produziert. Man kann auch in der Grafik unten erkennen, das die Deutschen keine große Rolle im US Markt einnehmen.

Marktanteil ausgewählter Automobilhersteller in den USA im Jahr 2017 (Light-Vehicle)

 

Fahrzeuge in anderen Ländern herzustellen ist eine Taktik, die nicht den deutschen Automobilherstellern vorbehalten ist. General Motors, Ford und Fiat-Chrysler produzieren Teile dessen, was sie in den USA verkaufen, in Europa und Mexiko. Sie müssen diesen Teil importieren und sollte es allgemeine Importzölle geben, würde es damit auch die heimische Autoindustrie treffen.

Genauso wie die amerikanischen Autokäufer. 6 Millionen Fahrzeuge, was 35% der verkauften Fahrzeuge entspricht, wurden im vergangenen Jahr importiert. Jedes dritte Auto wäre also, nach der Einführung der Zölle, 25% teurer, wenn die Kosten auf den Endkunden abgewälzt werden. Die Autokonjunktur der USA würde extrem belastet werden. Trump müsste für seine Machtdemonstration einen hohen Preis zahlen.

Trump: Handelskriege sind leicht zu gewinnen

Importzölle auf Stahl und Aluminium. Strafzölle auf Autos. Im Gegenzug Strafzölle auf Motorräder, Whisky und Jeans von Seiten der EU oder auf Soja durch China. Es scheint als ob ein Handelskrieg immer näher rückt und eine Spirale des Protektionismus in Gang gebracht wird. Das schadet nicht nur den einzelnen Ländern und deren Industrie, sondern der gesamten Weltwirtschaft und jedem einzelnen Bürger der Länder. Es sollte als höchstes Ziel gelten, diesen Konflikt abzuwenden und für einen freien Welthandel einzustehen. Der amerikanische Präsident sieht sich aber auf der sicheren Seite. Seiner Meinung nach sind Handelskriege leicht zu gewinnen. Wenn ein Land aufmüpfig werde, dann gelte: “Einfach nicht mehr handeln – und wir gewinnen dicke. Das ist leicht.”

Eine schnelle Lösung ist also nicht in Sicht, aber eins ist sicher; Das Verhältnis zu den USA hat sich deutlich verschlechtert. Passend hat es Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg Essen formuliert: “Bündnispartner, die sich nur drohen und bestrafen, sind auf dem Weg zum Scheidungsrichter”.