Kooperation – 1&1 mit Peugeot

4 GB, 100 Freiminuten und einen Peugeot – Die neue Handy-Flatrate?

Diesen Andrang hatte man nicht erwartet. Weder 1&1, Sixt oder Peugeot dachten, dass die geplante Marketingaktion so viele Kunden findet und über 5000 1&1 Kunden zuschlagen. Und das deswegen hohe Manager gehen müssen.

Es geht um eine Aktion, die Peugeot und 1&1 zu Pionieren machen sollte. Die Verbindung von Handyvertrag und dem Leasen eines Autos.

©https://mobile.1und1.de Screenshot

Wie hier zu sehen ist, konnte man, sofern man einen 1&1 Handyvertrag abschloss, den Peugeot 208 ab 99,99 Euro im Monat leasen. Das Angebot wird für Peugeot wohl mehr Marketing als Umsatz im Fokus gehabt haben, da der Kleinwagen zu 40% unter Listenpreis abgegeben wurde.

Gefreut hat das nicht jeden.

Die Peugeot-Händler waren nicht begeistert, dass sie die Probefahrt organisieren durften, um dann mit anzusehen wie der Kunde nach Hause fährt und sich das Auto über 1&1 bestellt, denn sie konnten nur bis zu 28% unter den Listenpreis gehen. Diesen Unmut haben sie Peugeot mitgeteilt. Der französische Autobauer reagierte, brach die Aktion ab und entließ wichtige Manager des deutschen Raums. Peugeot-Deutschlandchef Benno Gaessler und Citroën-Boss Holger Böhme waren darunter. Man erkennt daran die Macht, die Händler in der Automobilbranche besitzen.  

Trotzdem großer Erfolg

Nichtsdestotrotz haben alle beteiligten Parteien ein positives Resümee aus der Aktion gezogen. „Die Aktion erfreut sich ungebrochener Nachfrage seitens unserer Kunden“, sagte ein Sprecher von Sixt. Es sollte dem Privatkunden zeigen, dass Leasing nicht nur Unternehmen und Freiberuflern vorbehalten, sondern wie der Handyvertrag auch der breiten Masse an Kunden zugänglich ist. Für 1&1 war es die Chance etwas Einzigartiges gegenüber den starken Konkurrenten in der  Mobilfunkbranche vorweisen zu können. Und selbst Peugeot zieht nicht nur negatives aus der Kampagne. Viele Händler hätten sich über mehr Traffic auf der Webseite und in Showrooms gefreut.

“Wir wollen das Amazon für Neuwagen werden”

Zwar wurde Aktion vorzeitig abgebrochen, doch zeigte sie das eine enorme Chance in der Digitalisierung des Automarktes steckt. 99% des Absatzes läuft noch über Händler und diese nutzen das Internet höchstens, um sich selbst zu vermarkten, nicht aber um Autos direkt zu verkaufen. Sixt möchte diese Marktlücke nutzen und strebt eine komplette Digitalisierung des Warenkorbes an. “Wir wollen das Amazon für Neuwagen werden” erklärte der ehemalige Vorstandschef Rizzolli.

Wie an dem Erfolg der Aktion zu sehen ist, sind die Kunden von heute bereit dafür.